1. Mit dem Rad zum klimafreundlichen Einkauf
Die Klimabilanz des Einkaufs hängt nicht nur vom Anbau, der Herstellung und dem Transport der Produkte ab. Groß ist nämlich auch der Einfluss, mit welchem Verkehrsmittel der Einkauf vom Geschäft nach Hause gebracht wird.
So steckt zum Beispiel in einem Kilogramm Weintrauben aus Österreich, das mit dem Auto vom Geschäft nach Hause transportiert wird, siebenmal mehr CO2, als wenn diese Trauben mit dem Fahrrad oder zu Fuß eingekauft werden. Die bessere Klimabilanz von regionalen und biologischen Produkten wird drastisch reduziert, wenn mit dem Auto eingekauft wird.
2. Saisonales Obst und Gemüse kaufen — wertvolle Energie einsparen!
Bei Gemüse und Obst sind Produkte die gerade Saison haben und möglichst regional produziert wurden am klimafreundlichsten. Denn besonders die Heizung der Glashäuser in der kalten Jahreszeit wirkt negativ auf die Klimabilanz: So ist die Produktion bis zu 60-mal energieintensiver als im Freiland, da zum Heizen meist fossile Energieträger verwendet werden.
Welches Obst und Gemüse in Österreich gerade Saison hat, erfährst du im Saisonkalender.
3. Bio-Produkte für gesunde Böden als CO2-Speicher
Der Biolandbau verzichtet konsequent auf den Einsatz von energieaufwendigen, synthetischen Mineraldüngern und setzt stattdessen auf organische Dünger wie Kompost oder Tiermist. Alleine dadurch werden beträchtliche Mengen an fossilen Energieträgern vermieden. Zudem fördert die Bio-Landwirtschaft den Aufbau einer Humusschicht. Dieser besteht zu etwa 60 % aus Kohlenstoff und dient daher als CO2-Speicher.
4. Weniger Fleisch zum Schutz des Regenwaldes
Fleisch macht zwar nur 9 Prozent unserer gesamten Ernährung aus, verursacht aber 43 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgas-Emissionen. 70 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche der Erde werden für Tierhaltung beansprucht – Tendenz steigend. Industriestaaten wie Österreich können ihren Futtermittelbedarf für den hohen Fleischkonsum nicht mehr mit eigenen landwirtschaftlichen Flächen decken und nutzen daher Flächen im Ausland.
Soja, das in der Tierfütterung eine wichtige Rolle spielt, wird häufig aus Lateinamerika importiert. Dort gehen durch die rücksichtslose Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen jährlich riesige Gebiete an wertvollen Regenwäldern für immer verloren. Dadurch geht einer der weltweit artenreichsten Lebensräume verloren und zudem ein riesiger CO2-Speicher.
5. Tierprodukte aus Bio-Landwirtschaft
Auch für die Herstellung von Milchprodukten werden riesige Mengen Futtermittel aus Übersee importiert.
In Biobetrieben werden die Tiere grundsätzlich mit hofeigenem, biologischen Futter ernährt. Ein Zukauf aus BIO-Austria zertifizierten Betrieben ist erlaubt — für einen Zukauf aus dem Ausland muss allerdings eine Genehmigung angesucht werden.
Diese Futtermittel werden ohne Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln hergestellt, was sich positiv auf die Umwelt und die Artenvielfalt auswirkt.
Milchkühe in Biobetrieben haben zudem ganzjährig einen Zugang zu Freigelände und während der Vegetationsperiode Zugang zu Weideland sowie deutlich mehr Stallfläche pro Tier zur Verfügung.
6. Glas statt Plastik? Auf die Mehrwegflasche kommt es an!
Oftmals greifen Konsumenten zur Glasflasche, um Plastikmüll zu vermeiden. Für den Klimaschutz bringt dies allerdings nur was, wenn es sich dabei um eine Pfandflasche handelt. Denn für die Glasherstellung werden große Energiemengen benötigt und durch das höhere Gewicht, wird mehr Energie für den Transport verbraucht. Daher sind Pfandflaschen aus Sicht des Klimaschutzes klar zu bevorzugen.
7. Recyclingpapier ist klar im Vorteil!
Durch das Recyceln von Papier wird der Holzverbrauch gesenkt und damit der Druck auf unsere Wälder reduziert. Im Vergleich zu Frischfasern zeigen sich klare Vorzüge: bis zu 60 Prozent weniger Energie, bis zu 70 Prozent weniger Wasser, deutlich weniger Abfälle und CO2-Emissionen.
8. Lebensmittel sind kostbar!
Allein in Österreich werden jährlich 760.000 Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen, wovon mindestens die Hälfte noch genießbar wäre. Oft werden Lebensmittel weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, obwohl sie ohne Bedenken noch zum Verzehr geeignet wären. Auch für diese Lebensmittel wurden Anbauflächen benötigt und Energie für die Herstellung, den Transport und die Lagerung verbraucht.
9. Verlockende Angebote auch mal hinterfragen
Mengenrabatte, Großpackungen und Preisaktionen können dazu verführen, mehr Lebensmittel zu kaufen, als eigentlich gebraucht werden. Dies kann wiederrum zu unnötiger Lebensmittelverschwendung führen. Daher sollte man vor dem Griff ins Regal lieber nochmal überdenken, ob denn wirklich diese Menge benötigt wird.
10. Reparieren statt kaufen
Reparaturcafés sind auch bei uns in Vorarlberg auf dem Vormarsch. Immer mehr private und öffentliche Initiativen laden ein, unter fachkundiger Anleitung Geräte und andere Produkte selbst zu reparieren. Besonders beachtlich ist dabei die Erfolgsquote - rund 80% der mitgebrachten Geräte können wieder repariert werden. Ein Besuch lohnt sich daher.
11. Stofftaschen möglichst lange verwenden
Stofftaschen gelten als umweltfreundliche Alternative zu Papiertüten und den bereits verbotenen Plastiktüten. Dies stimmt allerdings nur, wenn wir sie laut einer britischen Studie mindestens 131 Mal verwenden. Denn der Anbau von Baumwolle braucht extrem viel Wasser, Dünger und Pestizide.
Wer seine Stofftasche also mal zuhause vergisst, sollte nicht gleich eine neue kaufen, sondern lieber einmalig auf eine Papiertasche ausweichen.
12. Regionale Produkte direkt beziehen
Zahlreiche regionale landwirtschaftliche Betriebe verkaufen ihre Produkte ab Hof oder bieten sogar einen Lieferservice nach Hause an. Durch den Kauf von regionalen Erzeugnissen werden lange Transportwege eingespart sowie die regionale Wertschöpfung erhöht. Und das Beste dabei: man weiß woher das Essen auf dem Teller kommt.
Christopher Lang
Chefredakteur und schreibt für ProMol
Christopher Lang entwickelt die inhaltliche Ausrichtung der Website mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.
Nils Hofmann
Chefredakteur bei ProMol
Nils Hofmann analysiert Umweltdaten, Emissionsstatistiken und Nachhaltigkeitskennzahlen.