Jeder kann zur Energieautonomie beitragen.

Initiative zeigen, handeln und mitmachen.

Probier amol - ein kurzer Überblick über das Projekt EKO-LIFE

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Das Projekt EKO-LIFE –  Antrieb und Ziele

Vorarlberg will bis 2050 energieautonom werden. Das bedeutet, dass wir dann jährlich so viel Energie aus regionalen, erneuerbaren Energieträgern bereitstellen, wie wir verbrauchen. Dass damit Fragen verbunden sind, wie wir wohnen, wie wir heizen und woher unser Strom kommt, ist klar. Dass wir uns aber auch fragen müssen, wie wir mobil sind und was wir essen, schon weniger. Dennoch tragen die beiden Bereiche Ernährung und Mobilität wesentlich zur persönlichen CO2-Bilanz bei und sind daher von größter Bedeutung auf dem Weg zu einer enkeltauglichen Energieversorgung. Und weil auch die Programme der öffentlichen Hand noch sehr auf die technische Ebene abzielen, haben wir das Projekt gestartet, um damit zu beginnen, die Lücke zwischen technischen Lösungen und persönlichen Lebensstilen auf dem Weg zur Energieautonomie zu schließen.

Um das zu erreichen, möchten wir konkrete Verhaltensänderungen initiieren und beobachten, was sie fördert und was sie hemmt. Und damit das möglichst effektiv ist, setzen wir vor allem auf Änderungen täglicher Routinen.

Schlussendlich wollen wir mit dem Projekt gemeinsam mit allen Teilnehmenden aber auch einen messbaren Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Und nicht nur darüber reden.

 

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Die Zugänge: Experimente und Kommunikation

Im Projekt EKO LIFE, Träger von Probier amol, verfolgen wir zwei wesentliche Zugänge, um die Projektziele zu erreichen:

  1. Wir initiieren Verhaltensänderung. Und zwar nicht über (noch) mehr Bewusstseinsbildung, sondern über das Ausprobieren. Dass sich dadurch das Bewusstsein verändert, ist Teil vom Plan. Nicht vom Wissen zum Tun also, sondern vom Verhalten zur Haltung.
  2. Wir erzählen persönliche Geschichten über die Erfolge des Ausprobierens. Und verleiten zum Nachahmen.

 

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Die Personae als Grundlagen

Wir haben zwei Zielgruppen ins Auge gefasst, die in Punkto Mobilität und Ernährung möglicherweise in Phasen der erhöhten Sensibilisierung und/oder der Veränderung stecken: junge Familien und Midager, deren Kinder dem zuwendungsbedürftigen Alter langsam entwachsen oder schon entwachsen sind.

Um sie in der Konzeptionsphase greifen zu können, haben wir vier stereotype Persönlichkeiten entwickelt – so genannte Personas. Sie basieren auf einen Dutzend intensiver qualitativer Interviews und vereinen die Eigenschaften realer Personen aus unseren Zielgruppen. Im Lauf des Projekts haben wir aus zahllosen Gesprächen und ausgefüllten Fragebogen im Rahmen der Experimente immer mehr Material über die Zielgruppe bekommen und die Personas sukzessive durch „echte“ Menschen ersetzt.

 

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Die Experimente

Die Experimente sind Kern von Probier amol. Dort werden in einem zeitlich abgegrenzten Rahmen drei oder vier Wochen lang in einer möglichst gewachsenen Gruppe (einem Verein, einem Unternehmen,…) konkrete Verhaltensänderungen ausprobiert: also drei Wochen lang möglichst wenig mit dem Auto zu fahren. Oder möglichst wenig Fleisch zu essen.

Ein hilfreicher und idealerweise spannender Impuls zu Beginn des Experiments liefert notwendiges Wissen und Werkzeuge für den Selbstversuch und stimmt die Gruppe auf das gemeinsame Experiment ein (zum Beispiel ein gemeinsames fleischloses Kochen und ein Rezeptheft mit Tipps und Tricks zum Nachmachen). Dann wird drei Wochen lang drauflos probiert und anschließend in einer gemeinsamen Reflexion besprochen, welche Gelingensfaktoren oder welche Hemmnisse die Teilnehmenden am Experiment erfahren haben.

 

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Monitoring und  Evaluierung

Um herauszufinden, wie die Experimente auf die Teilnehmer wirken und zum Klimaschutz beitragen, erheben wir die Wirkung im Rahmen eines umfangreichen Monitorings. Dazu tragen Befragungen der Teilnehmenden vor und nach den Experimenten, Aufzeichnungen der Teilnehmenden während der Experimente, detailliertere Gespräche (die auch als Grundlage für die Kommunikation dienen) und repräsentative Befragungen der Bevölkerung bei. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring werden je Experiment aufbereitet und in Monitoring-Berichten zusammengefasst.

Neben quantitativen Aspekten (Anzahl der teilnehmenden Personen, indirekt erreichte Personen, eingesparte Mengen Treibstoff oder Fleisch und damit  eingespartes CO2) werden auch qualitative Fragen beleuchtet. Die drehen sich vordergründig um Veränderungen hemmende oder begünstigende Faktoren oder Veränderungen des Mindsets der Teilnehmenden im Zuge des Experiments.

 

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Die Outcomes

In unserem Blog auf der Startseite kannst du die Geschichten von und über die Teilnehmenden an den Probier amol-Experimenten nachlesen. Zum Bespiel die Geschichte von Judith aus Götzis, die seit dem Probier amol-Experiment herausgefunden hat, dass sie ihren Arbeitsweg wunderbar mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen kann – und das auch tut. Oder von den Hämmerles aus Fußach, die eine Gemüsekiste abonniert haben und sich wöchentlich frisches Gemüse direkt vor die Haustür liefern lassen – dass der Fleischkonsum mit dieser leckeren Alternative abnimmt, versteht sich von selbst. Oder Jessie Fröhle, die sich jetzt ihr eigenes Brot backt, weil sie genau wissen will, was in dem drinsteckt, was auf dem Teller und schließlich im Magen landet.

 

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Die Kommunikation

Kommunikation ist wesentlicher Bestandteil von EKO-LIFE und verfolgt zwei wesentliche Ziele:

  1. zum Nachahmen anzuregen und
  2. die Teilnehmenden an den Experimenten als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihrem Umfeld zu unterstützen.

Am Anfang stand die Marke: EKO-LIFE als Projektakronym erschien uns aus offensichtlichen Gründen zu wenig dazu geeignet, unsere Ideen und Angebote zu kommunizieren. Deshalb haben wir die Marke Probier amol entwickelt, die unsere Projektphilosophie, niederschwellig, einladend, freundlich und positiv zu sein, bestens unterstützt. Zudem ist Probier amol die im gesamten Projekt zentrale Handlungsaufforderung.

Beide zentralen Kommunikationsziele verfolgen wir mit derselben Grundlage: persönliche Geschichten von Teilnehmenden an den Experimenten, die wir mal mit etwas Hintergrundwissen und konkreten Handlungsaufforderungen anreichern („Mach’s doch wie Sonja und Elmar und abonniere die Gemüsekiste!“). Oder die wir über soziale und regionale Medien gezielt ins geografische Umfeld der Protagonisten einspielen und ihnen so zu ein bisschen lokaler „Prominenz“ verhelfen und sie so in der Verbreitung ihrer Erfahrungen unterstützen („Ich hab‘ dich gestern in der Zeitung gesehen, was hast du denn da gemacht..?“). Zudem tragen die Protagonisten durch ihre eigenen Netzwerke gerade im Social Media-Bereich dazu bei, dass die Marke Probier amol und damit unser Anliegen weiter verbreitet wird.

Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass wir mit diesen Geschichten über die Protagonisten auch Menschen erreichen, die noch keinen Zugang zu den Themen Klimaschutz oder Energieautonomie hatten. So durchbrechen auch wir eine Routine, nämlich die, durch unsere Kommunikation immer die gleichen sieben oder elf Prozent der thematisch ohnehin schon gewonnenen Bevölkerung zu bedienen.

 

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Die Verbreitung – Methodenkoffer und Designbaukasten

Wir haben Probier amol auch mit der Intention entwickelt, das Projekt selbst zu verbreiten. Ausführliche Dokumentationen unserer Maßnahmen, die Aufbereitung der wesentlichsten Lessons learned, Designbausteine, Instrumentenkoffer für Monitoring und Evaluierung stehen bereit, um auch von anderen Institutionen genutzt zu werden. Wir freuen uns daher sehr, dass das auch eintritt, so läuft Probier amol beispielsweise auch schon in Südtirol und hat damit auch gleich schon eine Sprachbarriere überschritten, weil es dort natürlich zweisprachig in Deutsch und Italienisch angeboten wird.

Weiterlesen

  • Zum Monitoring kannst du hier weiterlesen.
  • Mehr über die Experimente erfährst du auf dieser Seite.
  • Die Geschichten unserer Teilnehmer findest hier und im Blog auf der Startseite.

Noch Fragen? Na, hoffentlich!

Für alle Fragen rund um die Initiative Probier amol steht dir das Probier amol-Projektteam zur Verfügung. Am besten kontaktierst du die Projektleiterin Karin Feurstein vom Energieinstitut Vorarlberg via Mail an projektleitung [at] probieramol.at oder telefonisch unter +43 5572 31 202-54.