Jeder kann zur Energieautonomie beitragen.

Initiative zeigen, handeln und mitmachen.

Vom Moment des Innehaltens

Auf ein einzigartiges kulinarisches Verwöhnprogramm darf sich der Bregenzerwälder Urs Schwarz täglich aufs Neue freuen: Ehefrau Gitte wurde mit ihrem Internet-Blog „goats.today“ erst kürzlich mit dem deutschen Food-Blog-Award – und damit für ihre Kreativität in der Küche ausgezeichnet. Und trotzdem: Auf den Ernährungs-Lorbeeren seiner Frau will sich der 34-Jährige Mitarbeiter der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg nicht ausruhen – und initiierte im Unternehmen zusammen mit KollegInnen das Probier amol-Experiment „Klimafreundlich kochen“. „Wir machen uns laufend Gedanken, welchen Beitrag das Unternehmen zur Energieautonomie leisten kann“, erklärt er. Nach zahlreichen Schwerpunkten im Mobilitätsbereich sei die Entscheidung bewusst auf ein alternatives Projekt gefallen. Mit Erfolg: „Das Thema Ernährung ist stark in den Köpfen verankert. Auch wenn wir keine überzeugten Fleischesser zur Teilnahme gewinnen konnten – das 30-tägige Experiment lieferte wichtige Denkanstöße“, so Schwarz rückblickend.

Grenzen des Alltags

Dabei erwiesen sich die kleinen und liebgewonnenen Gewohnheiten des Alltags für den Bregenzerwälder als größte Herausforderung. Der Grund: Es verhalte sich beim Verzicht auf Fleisch ähnlich wie beim Alkohol in der Fastenzeit. „Auch wenn man der Meinung ist, dass man bereits sehr wenig konsumiert – der bewusste Verzicht ist mitunter schwieriger als im Vorfeld angenommen“, erklärt er. So komme im Haus Schwarz seit Jahren wenig Fleisch auf den Teller – in der Kantine bei der Arbeit oder im Wirtshaus werde aber nicht darauf verzichtet. „Und genau hier wird einem beim Versuch bewusster zu konsumieren der Spiegel vorgehalten“, weiß der Hobby-Ziegenhalter aus seiner Erfahrung zu berichten. Auch wenn er sich nicht zum Vegetarier gewandelt habe: „Ich esse Fleisch jetzt sehr viel bewusster und frage mich zu allererst – wo kommt es her?“ Er habe sich dabei ertappt, heute deutlich öfter nach dem regionalen Etikett zu fragen.

Neue Wege in der Mobilität

Liebgewonnene Gewohnheiten zu hinterfragen ist dem Bregenzerwälder aber nicht neu. Der Raiba-Mitarbeiter beschreitet auch in der Mobilität neue Wege – und hat sich vor drei Jahren bewusst für die Anschaffung eines Elektroautos entschieden. „Das ist zwar auch keine Lösung für unser Mobilitätsproblem, aber es durchbricht in einem ersten Schritt alte Denkmuster“, erklärt er mit Verweis auf seinen Freundeskreis. Wurde die Anschaffung aufgrund der begrenzten Reichweite – „damit schaffst du es ja nicht einmal bis nach Innsbruck“ – anfänglich sehr kritisch betrachtet, liebäugle mittlerweile auch einer seiner Freunde mit dem Umstieg auf Elektroantrieb. „Man hinterfragt viele unnötige Wege – und überlegt sich eben nicht nur einmal: Muss ich dort jetzt wirklich hin? Die notwendige Reichweitenplanung bewirkt, einen Moment innezuhalten und ein Stück weit das Tempo zu drosseln. In unserer schnelllebigen Zeit sicherlich nicht verkehrt“, so der Bregenzerwälder.

 

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Urs Schwarz mit Ziege