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Der Routine den Kampf ansagen

„Ich war gleich Feuer und Flamme“, erinnert sich Katharina Schmidinger an die Anfänge des Probier amol-Experiments „Klimafreundlich Kochen“ zurück. Als Mitverantwortliche für die betriebliche Gesundheitsförderung bei Haberkorn in Wolfurt wollte sie im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche neue Wege beschreiten. „Wir setzen im Bereich Mobilität schon sehr viele Akzente. Es war Zeit für etwas Neues“, so die Bregenzerwälderin. Mit Erfolg – war der Wow-Effekt über die Auswirkungen der Ernährung auf den eigenen ökologischen Fußabdruck doch ausgesprochen groß. „Ich bin schon etwas erschrocken, als ich über das Experiment erfahren habe, wie groß beispielsweise der CO2-Ausstoß bei der Produktion von Fleisch und Butter ist. Das war mir schlicht nicht klar“, erklärt die 49-jährige Mutter.

Unbewusste Routinen durchbrechen

Bereits zuvor habe sie wenig Fleisch konsumiert – die Aufgabe, drei Wochen komplett darauf zu verzichten, habe sie daher nicht als große Herausforderung angesehen. Nur: „Wenn man bewusst auf seinen Konsum achtet, wird einem bewusst, wie viel Fleisch man wirklich isst“, erzählt sie mit Verweis auf eine ganz gewöhnliche Alltagssituation. So habe es im Anschluss an eine Veranstaltung belegte Brötchen mit Entenbrust – oder eben alternativ mit Gorgonzola-Aufstrich gegeben. „Ich habe unbewusst immer zu den Brötchen mit Entenbrust gegriffen. Erst als der Vegetarier am Tisch die Gorgonzola-Alternative geholt hat, wurde mir klar, dass ich schon wieder Fleisch konsumiere“, erinnert sie sich.  

TeilnehmerInnen sparen 2,2 Tonnen CO2 ein

Den Kollegen sei es, das habe die Reflektion im Anschluss an das Experiment deutlich gemacht, ähnlich ergangen. „Es hat sehr wohl ein Umdenken stattgefunden. Der einhellige Tenor war: Zukünftig lieber weniger – aber dafür hochwertiges Fleisch“, erklärt Schmidinger. Dass die Haberkorn-Gruppe aber bereits während der drei vorgegebenen Wochen einen spür- und vor allem messbaren Beitrag geleistet hat, zeigt der Blick auf die Statistik. Insgesamt werden von den 17 TeilnehmerInnen 2,2 Tonnen CO2 eingespart. „Die eingesparte Menge Fleisch hat drei ÖsterreicherInnen ein Jahr lang zu Vegetariern gemacht“, erklärt die Bregenzerwälderin nicht ohne Stolz. Die Ergebnisse seien für alle sehr beeindruckend gewesen. „Da fällt es einem wie Schuppen von den Augen“, sagt sie.

"Ich stelle deutlich mehr Fragen im Alltag"

Und heute? Auch wenn sie ihren Lebensstil nicht von Grund auf umgekrempelt hat – „ich stelle im Alltag deutlich mehr Fragen“, präzisiert die Bregenzerwälderin. Das heißt: „Ich frage mich, ob es wirklich notwendig ist, eine Ananas aus Südamerika zu kaufen, woher das Fleisch in der Theke im Supermarkt kommt – oder ob es dasselbe Produkt auch aus Bio-Produktion gibt“, erklärt sie. Unterstützung erfährt sie von ihrer Tochter, die in Innsbruck Ernährungspädagogik studiert und die Einkaufspraxis weiterhin mit dem theoretischen Wissen untermauert. „Man verschließt vor dem eigenen Verhalten gerne die Augen. Dabei sollte hier Jede und Jeder als erstes ansetzen“, betont Schmidinger.