Jeder kann zur Energieautonomie beitragen.

Initiative zeigen, handeln und mitmachen.

Auf Entdeckungsreise mit Bus & Bahn

Von öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Mobilitätsverhalten der Familie Kocevar aus Götzis bereits seit Jahren geprägt. Und trotzdem: Die Teilnahme am Probier amol-Experiment hat der „Liebe“ zu Bus und Bahn nochmals eine neue Dynamik verliehen. Drei Wochen lang haben Mutter Anja, Vater Robert und ihre drei Kinder im Alter von zwei, sechs und neun Jahren die Vorzüge eines Schnuppertickets für den gesamten Verkehrsverbund Vorarlberg genossen. Die Ziele: Mannigfaltig, Ausflüge im ganzen Land standen auf dem Programm. „Wir haben in dieser Zeit fast komplett auf das Auto verzichtet und sind ganz bewusst nur mit Bus und Bahn gefahren“, erklärt die 39-Jährige. Eine große Herausforderung für eine Familie mit drei Kindern? „Nicht, wenn man sich zu organisieren weiß“, ist sie überzeugt – und stellt das tagtäglich in der Praxis unter Beweis: Alleine für den Weg vom Götznerberg ins Dorf nimmt die Familie einen 35-minütigen Fußmarsch in Kauf.

„Möchte fit bleiben“

„Wir haben bereits vor elf Jahren, als wir von Dornbirn nach Götzis gezogen sind, gesagt, dass wir das Autofahren einschränken wollen“, erklärt Anja. Zusammen mit ihrem Mann wolle sie den Kindern Alternativen vorleben – und von der vermeintlichen Selbstverständlichkeit des Autos wegkommen. „Natürlich wäre es oft bequemer, auf das Auto zurückzugreifen. Aber unsere Kinder haben verstanden, dass es auch anders geht“, freut sich die Götznerin. Bemerkenswert – auch, weil das Familienauto aufgrund der abendlichen Arbeitszeiten von Papa Robert nahezu den ganzen Tag zur Verfügung stehen würde. Was dahinter steckt? „Neben dem Energie-Aspekt ist mir die Gesundheit außerordentlich wichtig. Ich möchte für meine Kinder Vorbild sein“, argumentiert die engagierte Mutter.

Öffentliche Verkehrsmittel als Erlebnis

Und wenn die Lust am Fußmarsch ins Dorf oder zum Bahnhof doch einmal enden wollend ist, profitiert die Familie von guten Bus-Intervallen unmittelbar vor der Haustüre. „So haben wir in diesen drei Wochen die Chance genutzt und meine Schwester in Schwarzenberg besucht. Für die Kinder war das ein großer Erlebnis – insgesamt zwölf Mal sind wir in öffentliche Verkehrsmittel ein- und ausgestiegen“, erinnert sie sich. Mühsam sei das trotzdem nicht gewesen. Im Gegenteil: „Die Verbindungen waren super“, so die Mutter. Sie genieße diese „intensive Zeit“ mit ihren Kindern in vollen Zügen.

„Natürlich wäre es oft bequemer, auf das Auto zurückzugreifen. Aber unsere Kinder haben verstanden, dass es auch anders geht.“ Anja Kocevar, Götzis


Das Experiment habe viel Spaß gemacht, die Familie werde auch in Zukunft bevorzugt auf öffentliche Verkehrsmittel setzen. Was sie anderen Familien rät, die die Fahrt mit Bus und Bahn als stressig empfinden? „Einfach ausprobieren. Für mich ist die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel Entlastung, weil die Kinder mit Entdecken beschäftigt sind und mir eine Verschnaufpause erlauben“, erklärt Anja. Auch wenn man sich in Teilbereichen des Alltags etwas anders organisieren müsse: „Es ist nicht nur machbar, es macht sogar Spaß“, ist sie überzeugt.